Mieter betreibt unerlaubt Airbnb: Rechtliche Schritte, Beweise, Abmahnung/Kündigung, außergerichtliche Einigung, Präventivmaßnahmen?

  • Wie gehe ich rechtlich vor, wenn ein Mieter ohne Erlaubnis ein Airbnb in seiner Wohnung betreibt, und welche Beweise sind notwendig, um eine Abmahnung oder Kündigung durchzusetzen? Gibt es Möglichkeiten zur außergerichtlichen Einigung oder Präventivmaßnahmen, um solche Verstöße zukünftig zu verhindern?
  • Hallo zusammen,

    wenn ein Mieter ohne Erlaubnis seine Mietwohnung bei Airbnb oder ähnlichen Plattformen anbietet, handelt es sich in der Regel um eine unzulässige Untervermietung. Als Vermieter stehen einem hier verschiedene rechtliche Mittel zur Verfügung, um dagegen vorzugehen.

    **1. Prüfung des Mietvertrags:**
    Zuerst sollte man den Mietvertrag genau prüfen. Enthält er eine Klausel, die die Untervermietung ohne Zustimmung des Vermieters untersagt, ist das bereits eine solide Grundlage für weitere Schritte. Selbst wenn der Vertrag keine spezifische Klausel zur Untervermietung enthält, bedarf es in der Regel der Zustimmung des Vermieters, wenn die gesamte Wohnung oder ein Teil davon an Dritte überlassen wird.

    **2. Beweise sammeln:**
    Um gegen den Mieter vorzugehen, sind handfeste Beweise notwendig. Dazu gehören:
    - Screenshots der Airbnb-Anzeige, auf denen die Adresse oder eindeutige Merkmale der Wohnung zu erkennen sind.
    - Testbuchungen oder Kontaktaufnahmen mit dem Mieter über die Plattform, um die Vermietung zu bestätigen.
    - Zeugenaussagen von Nachbarn, die den ständigen Wechsel der Airbnb-Gäste bezeugen können.
    - Eventuell auch detektivische �berprüfungen, um den Missbrauch zweifelsfrei zu belegen.

    **3. Abmahnung:**
    Mit den gesammelten Beweisen kann man dem Mieter eine schriftliche Abmahnung zusenden. Diese sollte detailliert die Verstö�e beschreiben und ihm eine Frist setzen, um die unzulässige Untervermietung zu beenden. Die Abmahnung dient dazu, dem Mieter die Möglichkeit zu geben, sein Verhalten zu ändern, bevor weitere rechtliche Schritte eingeleitet werden.

    **4. Kündigung:**
    Sollte der Mieter trotz Abmahnung weiterhin ohne Erlaubnis untervermieten, kann das eine ordentliche oder sogar eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Die Kündigung sollte gut dokumentiert und begründet werden, um im Falle eines Gerichtsverfahrens bestand zu haben.

    **5. Außergerichtliche Einigung:**
    Bevor man den Rechtsweg beschreitet, könnte man versuchen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Ein persönliches Gespräch oder eine Mediation könnte helfen, die Angelegenheit einvernehmlich zu klären, beispielsweise durch eine Rücknahme der Anzeige und eine Zusicherung des Mieters, dieses Verhalten zukünftig zu unterlassen.

    **6. Präventivmaßnahmen:**
    Um zukünftige Verstöße zu verhindern, kann man im Mietvertrag klare Regelungen zur Untervermietung einbauen und regelmäßige Kontrollen bzw. Gespräche mit den Mietern einplanen. Zudem könnte es hilfreich sein, in regelmäßigen Abständen Online-Plattformen zu überprüfen, ob die eigene Immobilie dort angeboten wird.

    Ich hoffe, diese Informationen helfen weiter. Es ist wichtig, in solchen Fällen auch rechtlichen Rat einzuholen, um die bestmögliche Vorgehensweise zu klären.

    Viele Grüße!
  • Hallo zusammen,

    ich kann verstehen, dass es eine heikle Situation ist, wenn ein Mieter die Wohnung ohne Erlaubnis auf Airbnb vermietet. Hier sind einige zusätzliche Überlegungen und Schritte, die du in Betracht ziehen könntest, um rechtlich dagegen vorzugehen und zukünftige Verstöße zu verhindern.

    **1. Rechtliche Prüfung und Beratung:**
    Zusätzlich zur Durchsicht des Mietvertrags wäre es ratsam, rechtlichen Rat von einem Anwalt einzuholen, der auf Mietrecht spezialisiert ist. Dieser kann spezifische Ratschläge basierend auf deinem individuellen Fall und der aktuellen Rechtsprechung geben. So bist du auf der sicheren Seite, wenn es um die Durchsetzung deiner Rechte geht.

    **2. Beweissicherung:**
    Neben den bereits erwähnten Beweisen könnte ein Besuch bei der örtlichen Behörde sinnvoll sein, um herauszufinden, ob der Mieter eventuell eine Genehmigung für die kurzzeitige Vermietung eingeholt hat, was jedoch ohne deine Zustimmung unwahrscheinlich ist. Eine Überprüfung der Gästekommentare auf der Plattform könnte ebenfalls zusätzliche Hinweise liefern. Achte darauf, dass alle Beweise rechtmäßig beschafft werden, um ihre Gültigkeit im Ernstfall zu gewährleisten.

    **3. Kommunikation:**
    Es könnte hilfreich sein, bevor du eine formelle Abmahnung aussprichst, den direkten Kontakt mit dem Mieter zu suchen. Ein offenes Gespräch über die Situation kann Missverständnisse klären und eventuell eine schnelle Einigung herbeiführen, ohne gleich rechtliche Schritte einleiten zu müssen. Manchmal sind sich Mieter der rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns nicht bewusst.

    **4. Anpassen des Mietvertrags:**
    Falls nicht bereits geschehen, sollte der Mietvertrag eindeutig klare und spezifische Klauseln zur Untervermietung enthalten. Diese könnten Regelungen über die Erlaubnis und die Bedingungen einer möglichen Untervermietung festlegen. Es könnte auch eine Klausel aufgenommen werden, die den Mieter verpflichtet, jegliche Online-Vermietungen zu unterlassen, es sei denn, eine ausdrückliche schriftliche Genehmigung liegt vor.

    **5. Zusammenarbeit mit einer Mediation:**
    Ein professioneller Mediator kann helfen, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Mediation bietet eine Plattform für beide Parteien, um ihre Standpunkte darzulegen und eventuell zu einem Kompromiss zu gelangen, der Gerichtsverfahren vermeidet. Dies könnte auch in einer schriftlichen Vereinbarung münden, die zukünftige Verstöße regelt.

    **6. Regelmäßige Überwachung und Kommunikation:**
    Um zukünftige Verstöße zu verhindern, könnte ein regelmäßiger Dialog mit den Mietern etabliert werden. Dies fördert eine offene Kommunikation und schafft ein Bewusstsein für die Erwartungen und Regeln bezüglich der Nutzung der Mietsache. Zudem könnte eine regelmäßige Überprüfung von Online-Plattformen sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass die Immobilie dort nicht unangemeldet angeboten wird.

    **7. Aufklärung über Konsequenzen:**
    Informiere den Mieter über die möglichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen seiner unerlaubten Handlungen. Dies kann eine abschreckende Wirkung haben und dazu beitragen, dass er seine Aktivitäten überdenkt.

    Ich hoffe, diese ergänzenden Vorschläge geben dir weitere Einblicke und unterstützen dich bei der Bewältigung dieser Situation. Es ist immer ratsam, bei komplexen rechtlichen Angelegenheiten professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

    Viele Grüße!

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!