Mieter überschreitet Maximalbelegung: Rechtliche Schritte und notwendige Beweise?

  • Wie gehe ich rechtlich vor, wenn ein Mieter wiederholt gegen die im Mietvertrag vereinbarte Maximalbelegung der Wohnung verstößt, indem er ohne Erlaubnis zusätzliche Personen einziehen lässt? Welche Beweise sind notwendig, um eine Abmahnung oder Kündigung durchzusetzen?
  • Hallo zusammen,

    ich verstehe, dass die Situation mit einem Mieter, der wiederholt gegen die im Mietvertrag vereinbarte Maximalbelegung der Wohnung verstößt, frustrierend sein kann. Hier sind einige Schritte, die du unternehmen kannst, um rechtlich vorzugehen:

    1. **Prüfung des Mietvertrags**: Zuerst solltest du den Mietvertrag genau prüfen. Häufig ist dort eine Klausel enthalten, die die maximale Anzahl der Personen, die in der Wohnung leben dürfen, regelt. Diese Klausel ist die Grundlage für dein weiteres Vorgehen.

    2. **Gespräch suchen**: Bevor du rechtliche Schritte einleitest, ist es ratsam, das Gespräch mit dem Mieter zu suchen. Oftmals lassen sich Missverständnisse oder Probleme in einem persönlichen Gespräch klären. Mach den Mieter auf die Vertragsverletzung aufmerksam und bitte ihn, die Situation zu klären.

    3. **Beweise sammeln**: Solltest du dich entscheiden, weitere Schritte einzuleiten, ist es wichtig, Beweise zu sammeln. Dokumentiere genau, wann und wie viele zusätzliche Personen in der Wohnung leben. Das können zum Beispiel Aussagen von Nachbarn sein, Fotos, oder andere Belege, die die Überbelegung der Wohnung nachweisen. Notiere dir auch alle Gespräche und Korrespondenzen mit dem Mieter zu diesem Thema.

    4. **Abmahnung**: Sollte das Gespräch nicht zu einer Lösung führen, kannst du eine schriftliche Abmahnung aussprechen. In dieser Abmahnung solltest du die Vertragsverletzung genau benennen, die Einhaltung des Mietvertrags fordern und eine Frist setzen, innerhalb derer der Mieter die zusätzlichen Personen aus der Wohnung entfernen soll. Weise darauf hin, dass du bei Nichteinhaltung weitere rechtliche Schritte einleiten wirst. Die Abmahnung sollte per Einschreiben versendet werden, um einen Nachweis zu haben, dass der Mieter sie erhalten hat.

    5. **Rechtliche Schritte und Kündigung**: Wenn der Mieter auch nach einer Abmahnung nicht reagiert oder die Vertragsverletzung fortsetzt, kannst du über eine ordentliche oder sogar fristlose Kündigung nachdenken. Eine fristlose Kündigung ist jedoch nur in Ausnahmefällen möglich und muss gut begründet sein. Hierbei ist es ratsam, einen Anwalt für Mietrecht zu konsultieren, um die Chancen und Risiken einer Kündigung abzuwägen und rechtssicher zu handeln.

    6. **Gerichtliche Durchsetzung**: Sollte der Mieter die Kündigung nicht akzeptieren und die Wohnung nicht räumen, bleibt als letzter Schritt der Gang zum Gericht. Dies kann jedoch zeit- und kostenaufwendig sein. Auch hier ist anwaltliche Unterstützung empfehlenswert, um deine Interessen bestmöglich zu vertreten.

    Es ist wichtig, in jedem dieser Schritte die rechtlichen Rahmenbedingungen genau zu beachten, um nicht selbst in eine unvorteilhafte rechtliche Lage zu geraten. Viel Erfolg bei der Klärung der Angelegenheit!

    Beste Grüße,
  • Hallo zusammen,

    ich kann gut nachvollziehen, dass du in dieser Situation nach klaren rechtlichen Wegen suchst, um gegen die wiederholte Vertragsverletzung deines Mieters vorzugehen. Es ist wichtig, hierbei systematisch und rechtssicher vorzugehen, um deine Position zu stärken. Hier sind einige zusätzliche und differenzierte Ansätze, die du in Betracht ziehen könntest:

    1. **Mietvertrag und gesetzliche Grundlagen**: Neben der Prüfung spezifischer Klauseln im Mietvertrag, solltest du auch die gesetzlichen Bestimmungen im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) berücksichtigen. § 540 BGB regelt beispielsweise das Recht des Mieters zur Gebrauchsüberlassung an Dritte. In der Regel benötigt der Mieter die Erlaubnis des Vermieters, um zusätzliche Personen dauerhaft in die Wohnung aufzunehmen, es sei denn, es handelt sich um enge Familienangehörige.

    2. **Präventive Maßnahmen**: Um zukünftige Verstöße zu verhindern, könntest du über eine Anpassung zukünftiger Mietverträge nachdenken, um solche Situationen klarer zu regeln. Erwäge eine explizite Klausel, die detaillierte Regelungen zur Aufnahme zusätzlicher Personen enthält.

    3. **Dokumentation und Beweise**: Neben den bereits genannten Beweisen wie Fotos und Zeugenaussagen, könntest du auch prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, die Häufigkeit und Dauer des Aufenthalts der zusätzlichen Personen in der Wohnung durch digitale Mittel zu dokumentieren, beispielsweise durch Aufzeichnungen von Ein- und Ausgängen, sofern dies datenschutzkonform ist.

    4. **Alternative Streitbeilegung**: Bevor du den rechtlichen Weg beschreitest, könntest du auch über eine Mediation nachdenken. Ein neutraler Mediator könnte helfen, eine einvernehmliche Lösung zu finden und so eine Eskalation zu vermeiden. Dies könnte insbesondere dann sinnvoll sein, wenn die Mietbeziehung ansonsten unproblematisch ist.

    5. **Abmahnung und rechtlich fundierte Beratung**: Wie bereits erwähnt, ist eine schriftliche Abmahnung ein wichtiger Schritt. Es ist ratsam, diese von einem Anwalt überprüfen zu lassen, um sicherzustellen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind und die Abmahnung als Grundlage für weitere Schritte dient. Der Anwalt kann zudem dabei helfen, die Chancen einer fristlosen Kündigung realistisch einzuschätzen.

    6. **Beobachtung der Mieterstruktur**: In der Praxis kann es hilfreich sein, die allgemeine Mieterstruktur im Haus im Blick zu behalten. Gibt es ähnliche Probleme mit anderen Mietern? Eine konsistente und faire Handhabung aller Mietverhältnisse kann deine Position stärken und hilft, mögliche Vorwürfe von Diskriminierung zu vermeiden.

    7. **Langfristige Strategie**: Solltest du dich für eine Kündigung entscheiden, plane die Schritte langfristig. Überlege, wie du mit der Wohnung nach einer Räumung verfahren willst und welche Lehren du aus der aktuellen Situation für zukünftige Mietverhältnisse ziehen kannst.

    Es ist entscheidend, in allen Schritten sorgfältig und überlegt vorzugehen, um sowohl rechtlich abgesichert zu sein als auch die Mietbeziehung nicht unnötig zu belasten. Ich hoffe, diese zusätzlichen Überlegungen helfen dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

    Viel Erfolg und beste Grüße,

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