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Wohnungspolitische Instrumente kaum hilfreich


Die Berliner Humboldt-Universität untersuchte im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung wohnungspolitische Instrumente mit ernüchterndem Ergebnis.

Forscher ziehen desaströse Bilanz bei der Wohnförderung

Vier von zehn Haushalten oder 8,6 Millionen Einwohner müssen in deutschen Großstädten 30 Prozent oder mehr ihres Nettoeinkommens für Miete und Nebenkosten ausgeben. Dabei gelten die 30 Prozent als Schmerzgrenze, weil dann für Essen, Kleidung, Freizeit oder Urlaub zu wenig übrig bleibt.

Wie aber lässt sich Wohnen bezahlbarer machen? Bringen Wohngeld, sozialer Wohnungsbau und Mietpreisbremse überhaupt irgendetwas? Wissenschaftler der Berliner Humboldt-Universität haben im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung die drei wichtigsten wohnungspolitischen Instrumente untersucht. Ihr Ergebnis ist ernüchternd: Die Programme seien "nur sehr begrenzt hilfreich, die sozialen Versorgungslücken für Haushalte mit geringem Einkommen zu schließen", heißt es in ihrer Studie.

Für die Ärmsten der Armen sind selbst Mieten im geförderten Wohnungsbau oft zu teuer

Die Untersuchung liefert neuen Diskussionsstoff für den Wohn-Gipfel am Freitag im Bundeskanzleramt, zum Beispiel beim Thema sozialer Wohnungsbau. Hier passiert nach Einschätzung der Forscher viel zu wenig, obwohl 2017 die Zahl der fertiggestellten Sozialwohnungen auf 27 000 gestiegen ist. Der Hauptgrund: Bundesweit fallen im Durchschnitt Jahr für Jahr 90 000 Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung heraus, meist nach 20 Jahren. Mit den geförderten Neubauten ließe sich deshalb nicht einmal ein Drittel der Abgänge ausgleichen.

Quelle: sueddeutsche.de